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Berlin, 14. Juli 2026

Wie Unternehmen aus Defense, Raumfahrt und Hochtechnologie den gesellschaftlichen Wandel kommunikativ begleiten

Verteidigung ist für viele Unternehmen schon immer ein sensibles Kommunikationsthema. Heute stehen Sicherheit, technologische Souveränität und Resilienz ganz oben auf der politischen und wirtschaftlichen Agenda Europas. Damit wachsen auch die Erwartungen an Unternehmen, ihren Beitrag für Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität verständlich zu vermitteln.

Wie sich die öffentliche Wahrnehmung von Verteidigungstechnologien verändert und welche Rolle Kommunikation in einer Zeit geopolitischer Unsicherheit spielt, diskutierten Sabine von der Recke (Vorstand OHB System), Dr. Andreas Möller (Chief Communications & Public Affairs Officer, TRUMPF) und Marco Vollmar (Partner, MSL Germany) in der MSL Insights Session zum Thema „Kommunikation für Unternehmen im Spannungsfeld von Verteidigung, Infrastruktur und Öffentlichkeit“.

Defense-Kommunikation im Wandel: Warum Unternehmen heute mehr Orientierung bieten müssen

Die öffentliche Wahrnehmung von Verteidigungstechnologien befindet sich im Wandel. Gleichzeitig wächst auch der Erklärungsbedarf. Für Sabine von der Recke können insbesondere Familienunternehmen und mittelständische Unternehmen Orientierung bieten, indem sie technologische Innovationen und sicherheitspolitische Zusammenhänge nachvollziehbar machen. Andreas Möller unterstrich ebenfalls, dass dies sowohl nach innen als auch nach außen gilt: Unternehmen müssten ihre Rolle im Bereich Verteidigung und Sicherheit heute stärker erklären als noch vor wenigen Jahren.

Transparenz vs. Vertraulichkeit: Die größte Herausforderung der Defense-Kommunikation

Unternehmen, die mit Streitkräften, Sicherheitsbehörden oder kritischer Infrastruktur zusammenarbeiten, können viele Projekte nicht in der gleichen Tiefe kommunizieren wie andere Industrien. Sabine von der Recke erklärte, dass ausführliche Informationen bei bestimmten Projekten aus regulatorischen oder sicherheitsrelevanten Gründen nicht möglich sind. Dies könne intern zu Fragen führen, wenn Mitarbeitende mehr Informationen erwarten, als tatsächlich geteilt werden dürfen. Die Diskussion machte deutlich, dass Transparenz ein zentraler Wert bleibt – sie stößt in sicherheitsrelevanten Branchen jedoch an nachvollziehbare Grenzen.

Innovation unter Realbedingungen: Warum Defense- und Raumfahrttechnologien Zeit kosten

Technologische Entwicklungen in Verteidigung und Raumfahrt können deutlich länger dauern. Dies wird in öffentlichen Debatten nicht immer deutlich. Sie erfordern umfangreiche Tests, komplexe Entwicklungszyklen und regulatorische Prüfungen. Innovation entsteht nicht allein durch Tempo, sondern durch technologische Exzellenz, Erfahrung und langfristige Entwicklungsarbeit. Nachhaltige Innovation basiert auf Expertise, Verlässlichkeit und Investitionen über viele Jahre hinweg – nicht auf kurzfristigen Erfolgen.

SpaceX als Vorbild: Warum Visionen Innovation beschleunigen können?

In diesem Zusammenhang stellte sich die Frage, welche Faktoren technologische Innovation überhaupt beschleunigen. Besonders spannend war der Blick auf internationale Innovationsführer wie SpaceX. Für Sabine von der Recke liegt der Erfolg des Unternehmens nicht allein in seiner technologischen Leistungsfähigkeit. Entscheidend sei die Kraft einer klaren Vision. Die Mission, Menschen zum Mars zu bringen, schaffe Motivation und Identifikation – weit über einzelne Projekte hinaus. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Europa bereits über starke technologische Kompetenzen verfügt. Die Herausforderung liege weniger im Know-how als vielmehr in der Umsetzungs-Geschwindigkeit, in der Investitionsbereitschaft und in der Infrastruktur. Insbesondere in der Raumfahrt müsse Europa seine Stärken konsequent weiterentwickeln, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Technologische Souveränität in Europa: Wie Kooperation zum Erfolgsfaktor wird

Der Blick auf internationale Innovationsführer führte zu einer weiteren Frage: Wie kann Europa seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern und wieder steigern? Hier betonten beide die wachsende Bedeutung von Partnerschaften. Unternehmen arbeiten zunehmend enger mit Industriepartnern, Forschungseinrichtungen und mitunter sogar ehemaligen Wettbewerbern zusammen. Kooperationen werden damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen. Gleichzeitig bleibt der Aufbau eigener Kompetenzen und industrieller Kapazitäten eine wichtige Voraussetzung, um langfristig unabhängig und handlungsfähig zu bleiben.

Die Diskussion machte außerdem deutlich, dass technologische Innovation und eine entsprechende Kommunikation heute enger miteinander verknüpft sind.

Wir bedanken uns herzlich bei Sabine von der Recke und Andreas Möller für die offenen Einblicke sowie bei Marco Vollmar für die Impulse zur Diskussion.

Sie möchten künftig an den MSL Insights Sessions teilnehmen? Dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht.

© MSL