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Berlin, 21. November 2023

22. Public-Affairs-Umfrage von MSL zeigt: KI fordert das Arbeitsumfeld heraus

Während die erste Hälfte des Jahres 2023 die Bundesregierung erneut vor geo- und energiepolitische Herausforderungen stellte, haben auch die Spannungen innerhalb der Koalition zugenommen. Mit Blick auf die Halbzeit der Legislaturperiode bewerteten Public-Affairs- Verantwortliche die Arbeit der Bundesregierung im Rahmen der 22. Public-Affairs-Umfrage von MSL erneut kritisch. Den Zeitgeist des Public-Affairs-Arbeitsumfeldes prägten dieses Jahr die rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und die damit verbundenen Veränderungen. Daher fokussiert sich die Umfrage auf KI und liefert Insights über Möglichkeiten und Risiken der neuartigen KI-Tools aus Sicht der Public-Affairs-Verantwortlichen. Ebenso Bestandteil der Umfrage sind die geplanten weiteren Verschärfungen des Lobbyregisters des Deutschen Bundestages.

Bundesregierung enttäuscht: Prädikat Ungenügend

Im Vergleich zu 2022 hat die Zufriedenheit mit der bisherigen Arbeit der Bundesregierung gelitten. Über die Hälfte der Befragten (60 Prozent) bewerten die Arbeit der Bundesregierung als schlecht oder sehr schlecht, lediglich magere 3 Prozent vergeben ein Sehr gut. Besonders düster fallen die Ergebnisse im Bereich Digitales aus. So sind insgesamt über die Hälfte (55 Prozent) der Befragten unzufrieden, 29 Prozent sogar sehr unzufrieden mit der Digitalpolitik der Bundesregierung. Vergleichbar schlecht bewerten die Public-Affairs-Verantwortlichen die Arbeit der Bundesregierung im Bereich Bildung, Familie und Migration. Die Migrationspolitik ist dabei negativer Spitzenreiter: 26 Prozent bewerten die Situation als schlecht, 37 Prozent sogar als sehr schlecht.

Lindner gegen Scholz- Eloquenz gewinnt

Unangenehme Überraschung für Olaf Scholz: Rhetorisch gesehen erlangt Christian Lindner bedeutend mehr Zuspruch als der Kanzler. So befinden 77 Prozent der Befragten den Kommunikationsstil von Christian Lindner als gut oder sehr gut, wohingegen die Kommunikation von Olaf Scholz von der Hälfte der Befragten als schlecht bis sehr schlecht bewertet wird (79 Prozent). 2|3

Auch im Vergleich der Parteien ist die FDP kommunikativ überlegen: 61 Prozent der Teilnehmer befinden die Kommunikation für sehr gut oder gut, während die Kommunikation der Grünen insgesamt von 79 Prozent als schlecht oder sehr schlecht eingestuft wird.

Public Affairs wächst und setzt auf externe Beratung

Die Zahlen der Umfrage zeigen: Für Unternehmen bleibt die Public-Affairs-Arbeit weiterhin relevant. So wurden laut 19 Prozent der Befragten im laufenden Jahr nicht nur mehr personelle, sondern auch mehr finanzielle Ressourcen (21 Prozent) für die Public-Affairs-Arbeit eingesetzt. Bei 28 Prozent bewegten sich die personellen Ressourcen für die Public-Affairs-Arbeit auf dem gleichen Niveau. Bei der Zusammenarbeit sind laut knapp der Hälfte der Befragten (42 Prozent) die externen Beraterinnen und Beratern nicht wegzudenken. 25 Prozent legen dabei großen Wert auf die strategische Beratungskompetenz ihrer Beraterinnen und Berater, annähernd ein Drittel (27 Prozent) sucht die Beraterinnen und Berater aufgrund der Vernetzung des Dienstleisters zu Entscheiderinnen und Entscheidern aus. Besonders beliebt sind Kommunikationsagenturen mit Public-Affairs-Kompetenzen (50 Prozent).

KI-Tools: Effizienz mit Sicherheitsrisiken

Chatbots haben in den letzten Jahren viel gelernt und sind auch im Public-Affairs-Alltag fest verankert. So gaben 42 Prozent der Befragten an, bereits KI-basierte Tools im Rahmen ihrer Public- Affairs-Arbeit genutzt zu haben. Der Promi unter den KI-Tools ist laut 78 Prozent der Befragten ganz klar ChatGPT. Lediglich 11 Prozent gaben an, unternehmenseigene Tools zu nutzen. Während 63 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass die künstliche Intelligenz die politische Interessenvertretung verändern wird, sind sich 76 Prozent darüber einig, dass KI eine Herausforderung für die Glaubwürdigkeit politischer Interessenvertretung darstellen kann (29 Prozent trifft zu, 47 Prozent trifft eher zu).

Das größte Risiko für die politische Interessenvertretung birgt laut 94 Prozent der Befragten die Falschinformationen durch KI-generierten Inhalte. Große Sorgen bereitet fast allen Befragten (92 Prozent) die Verwendung von vertraulichen Unternehmensdaten in KI-basierten Tools. 89 Prozent der Teilnehmenden sehen zudem den Einsatz von KI zur Beeinflussung des öffentlichen Diskurses durch demokratiefeindliche Akteure als hohes Risiko, bis hin zu einem Vertrauensverlust in den demokratischen Prozess (79 Prozent). Trotz der negativen Seiten im Bereich KI, attestieren 86 Prozent der Befragten eine effizientere Informationsbeschaffung und sehen Chancen in der Unterstützung bei der Erstellung von Inhalten für die Public-Affairs-Arbeit (84 Prozent). Über die Hälfte (60 Prozent) bewerten auch die die Vereinfachung partizipativer Prozesse, z.B. durch Einsatz KI-basierter Tools bei der Vorbereitung von Bürgeranfragen o.Ä. als Chance für die Public-Affairs- Arbeit. 3|3

Positives Feedback für das Lobbyregister

Eineinhalb Jahre nach Einführung des Lobbyregisters hält der Großteil der Befragten dieses weiterhin für eine begrüßenswerte Maßnahme (16 Prozent trifft zu, 61 Prozent trifft eher zu). Dennoch glauben 80 Prozent nicht daran, dass das Lobbyregister die PA-Arbeit nachhaltig verändert hat (37 Prozent trifft eher nicht zu, 43 Prozent trifft nicht zu). Allerdings hat es aus Sicht der Befragten zu mehr Bürokratie geführt. Dies ist vielleicht auch einer der Gründe, weshalb sich die Mehrheit keine weiteren Verschärfungen wünscht (26 Prozent trifft eher nicht zu, 58 Prozent trifft nicht zu).

ÜBER DIE PUBLIC-AFFAIRS-UMFRAGE

Mit der Public-Affairs-Umfrage wirft MSL jedes Jahr einen Blick auf die aktuelle Politik und verfolgt Trends der politischen Kommunikation. Seit 2002 werden Public-Affairs-Verantwortliche aus Unternehmen und Verbänden zu Ihrer Sicht auf die Arbeit von Regierung und Parlament befragt. Der Befragungszeitraum erstreckte sich in diesem Jahr über Juli und August.

ÜBER MSL

MSL Germany ist eine der profiliertesten Kommunikationsagenturen in Deutschland und Teil der internationalen Publicis Groupe. MSL gehört mit rund 2.500+ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an über 100 Standorten in 40 Ländern zu den weltweit größten PR-Networks. Für MSL Germany arbeiten mehr als 100 Beraterinnen und Berater in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf und München. In standortübergreifenden Teams berät MSL führende nationale und internationale Unternehmen in den Feldern Public Affairs, Corporate und Brand Communications, Digital und Social Media, Reputation Management und Krisenkommunikation sowie Sustainability.

Erst kürzlich wurde MSL beim PR Report Award 2023 als Kommunikationsberatung des Jahres ausgezeichnet.

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